Umbaute Leere in Berlins Mitte Berlin Tagesspiegel
In diesem ?Dahlem der Jahrhundertwende? wohnte von Lorenz Adlon bis Carl Zuckmayer die wirtschaftliche, kulturelle und politische Elite Berlins in Villen und Stadthäusern, die zum Besten gehörten, was die Stadt um 1900 an Privatarchitektur hervorgebracht hatte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zeigte sich das Quartier als Trümmerlandschaft mit dem monumentalen Fragment des ?Hauses des Fremdenverkehrs? aus der NS-Zeit, das im Oktober 1962 gesprengt wurde. Für den Bau des Kulturforums wurden dann bis auf die Kirche und die Villa des Verlegers Paul Parey sämtliche kulturellen und architektonischen Spuren beseitigt. Die systematische Zerstörung betraf auch den Stadtgrundriss als Träger des Stadtgedächtnisses. Der Autor war bis 2006 Senatsbaudirektor in Berlin.

